Sonnenschutzfolie: Außen- oder Innenmontage – was ist sinnvoller?

Der Sommer steht vor der Tür und während sich die meisten durchaus auf die warmen Tage freuen, bleibt auch eine Schattenseite. Beziehungsweise fehlt diese – denn nicht selten sind die Sommertage brennend heiß. Was im Freibad oder am See nicht weiter schlimm ist, wird im Büro und in der eigenen Wohnung schnell anstrengend. Hilfe verspricht hier eine spezielle Fensterfolie. Was genau diese kann, was Sie beim Kauf beachten müssen und ob Sonnenschutzfolien außen oder innen montiert werden sollten, verraten wir Ihnen jetzt!

Was ist der Zweck einer solchen Folie?

Im Grunde bringt eine Sonnenschutzfolie immer sowohl reflektierende, als auch absorbierende Eigenschaften mit. Wie stark diese jeweils ausgeprägt sind, unterscheidet sich jedoch. Wenn Sie sich schon einmal die Wolkenkratzer in den Metropolen unserer Welt angesehen haben, werden Sie sicher festgestellt haben, dass hier oft mit spiegelndem Glas gearbeitet wird. Dieses dient oft nicht nur dem Sichtschutz, sondern auch der Wärmereduzierung in den Gebäuden. Denn gerade in den schwindelerregenden Höhen steigt die Sonneneinstrahlung immer mehr an und würde die gigantischen Gebäude sonst schnell zu einem riesigen Kochtopf machen.

Doch anstatt sich zu Hause oder im Büro gleich alle Glasscheiben austauschen zu lassen – was übrigens nicht nur aufwendig, sondern auch ziemlich teuer ist –, können Sie auch auf eine Fensterfolie zurückgreifen. Denn die spiegelnden Modelle verfolgen genau den gleichen Ansatz. So werden diese Sonnenschutzfolien außen oder innen angeklebt und reflektieren einen großen Teil der eintreffenden UV-Strahlen.

Eine weiße Wand mit einigen Fenstern, an denen Vorhänge angebracht sind
Einfach und schnell ausgetauscht

Der Vorteil dieser spiegelnden Varianten ist natürlich auch, dass sie zusätzlich einen Sichtschutz bieten. Jedoch können sie besonders an relativ alten Gebäuden auch schnell etwas fehl am Platz wirken. In solchen Fällen können Sie auch mit durchsichtigen Folien arbeiten. Hier werden die UV-Strahlen absorbiert und dadurch ebenfalls schon eine Reduzierung der Wärme von etwa 50 % erreicht.

Sonnenschutzfolie: Was beachten?

Glauben Sie, dass eine Sonnenschutzfolie auch für Sie die richtige Lösung ist? Dann wollen wir Ihnen hier noch ein paar allgemeine Informationen mit auf den Weg geben, bevor wir uns dem Thema der Innen- oder Außenmontage widmen. Denn schließlich sind diese Punkte allgemeingültig und sollten bei jedem Kauf beachtet werden.

Die Qualität ist entscheidend

Jemand löst von einer Fensterfolie die Schutzschicht ab
Entfernen Sie die Schutzfolie vor der Montage.

Entscheidend, damit die Sonnenschutzfolie auch wirklich das gewünschte Ziel erreicht, ist, dass sie von hoher Qualität ist. Denn nur so werden Sie auch wirklich lange von dem Sonnenschutz profitieren. Eine hochwertige Folie besteht meist aus sechs verschiedenen Schichten, die miteinander fest verklebt werden:

  • Schutzfolie: wird zur Montage abgelöst und schützt die restliche Folie vor äußeren Einflüssen
  • Klebeschicht: Zur leichten Montage wird die Folie aufgeklebt, oft befinden sich schon in dieser Schicht UV-Absorber
  • Polyesterfolie: Hierin befinden sich weitere Absorber, je nach Einsatzgebiet ist die Folie klar oder getönt
  • Metallbedampfung: Sorgt für eine reduzierte Wärmedurchlässigkeit, kann aber auch den Radio- und GPS-Empfang negativ beeinflussen
  • Beschichtung: Abschließend wird die Folie kratzfest beschichtet

Nur durch dieses mehrschichtige System kann die Sonnenstrahlung auch wirklich effektiv aufgefangen und absorbiert bzw. reflektiert werden. Achten Sie also unbedingt darauf, dass Sie eine hochwertige Folie kaufen. Andere Modelle werden Ihnen schon bei der Montage mehr Stress bereiten, als sie wert sind.

Eine hochwertige Fensterfolie besteht aus mehreren Schichten

Bewusst entscheiden: Zusätzliche Funktionen

Wollen Sie eine Sonnenschutzfolie außen oder innen anbringen, sollten Sie sich Gedanken machen, was sie alles können soll. Im Vordergrund steht in der Regel erst einmal der Wärmeschutz – schließlich genießt wohl kaum einer eine brühend heiße Wohnung im Sommer. Hier gilt die Grundregel: umso dunkler, desto weniger Wärme. Denn je dunkler die Folie, desto besser kann sie die Sonneneinstrahlung verringern. Jedoch soll das nicht heißen, dass beinahe transparente Modelle keinen Einfluss haben. Im Gegenteil – auch diese filtern meist 99 % der UV-Strahlen und zirka 50 % der Wärme.

An zweiter Stelle steht oft die schädliche UV-Strahlung aus dem Licht zu filtern, was zum Beispiel den Prozess entschleunigt, bei dem Möbel ausbleichen. Jedoch sollte es natürlich im Raum dennoch möglichst hell bleiben. Vor allem, damit die Folie das ganze Jahr dranbleiben kann. Abhängig ist die Wahl dabei von dem jeweiligen Zimmer: Ist dieses von Natur aus lichtdurchflutet, werden Sie den Helligkeitsverlust kaum wahrnehmen. Bei einem kleinen Badezimmerfenster hingegen, kann er deutlich schneller ins Gewicht fallen – wählen Sie hier also ggf. eine etwas durchlässigere Folie.

Eine spiegelnde Folie verspricht zusätzlich natürlich auch einen Sichtschutz. Gerade wer eine Wohnung im ersten Stock oder gleich vis-a-vis zu einem anderen Haus hat, wird diese Eigenschaft sicher zu schätzen wissen. Auch im Badezimmer oder in vielen Büroräumen ist der Einsatz eines solchen Modells häufig sinnvoll. Aber: In Mietwohnungen und in Gebäuden mit Denkmalschutz ist die Montage einer solchen teilweise nicht gestattet. Erkundigen Sie sich also vor dem Kauf unbedingt, was Sie dürfen, was nicht und auch was Sie von Ihrer Fensterfolie erwarten. So treffen Sie eine fundierte Entscheidung, an der Sie auch lange Spaß haben werden.

Sonnenschutzfolie außen oder innen anbringen?

Sie können Ihre Wunschfolie schon vor Ihrem inneren Auge sehen? Dann gilt es jetzt nur noch zu entscheiden, ob die Sonnenschutzfolie außen oder innen montiert werden soll. Welches Verfahren sinnvoll ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab, auf die wir hier einmal näher eingehen wollen.

Das A und O: Beschaffenheit des Glases

Zunächst einmal sollten Sie prüfen, welche Montage bei Ihrem Glas überhaupt machbar ist. Denn nicht jedes Glas eignet sich für eine Innen- sowie eine Außenanbringung. Was wann möglich ist, hängt maßgeblich vom Baujahr und der Beschaffenheit der Scheibe ab. So können Sie auf Einscheiben- bzw. Einfachglas ohne Weiteres eine Folie sowohl von innen, als auch von außen aufkleben. Gleiches gilt auch für Standardisolierglas.

Sind Sie sich nicht sicher, welches Glas bei Ihnen eingesetzt wurde? Dann schauen Sie sich einmal das Baujahr Ihrer Fenster an. Denn daran kann meist auch das verwendete Glas abgelesen werden. So wurde bis 1977 in der Regel mit Einscheibenglas gearbeitet. Zwischen 1978 und 94 hingegen wurde meist Standardisolierglas (Zweischeiben-Isolierverglasung) eingesetzt. Beide eignen sich in vielen Fällen für die Innenmontage einer Folie. Ausnahmen bilden:

  • Dachfenster bzw. schräges Glas
  • Überkopfverglasung
  • Gasgefüllte Scheiben
  • Getönte Scheiben
  • Verbund-Sicherheitsglas
  • 3-fach-verglaste Scheiben

Würden Sie hier eine Sonnenschutzfolie innen montieren, müsste das eintreffende Licht erst durch das Glas hindurch und dann wieder den gleichen Weg zurück nach außen reflektiert werden. Dadurch würde aber zu viel Wärme entstehen. Es kommt zu Spannungen im Glas und im schlimmsten Fall zu einem Bruch. Das ab 1995 verwendete Low-E (Wärmedämmglas) sowie das Sonnenschutzglas sind allgemein nicht für den Einsatz einer solchen Folie geeignet. Erkennen können Sie ein solches, indem Sie eine Wärmequelle (z.B. eine offene Flamme) in die Nähe des Fensters halten. Nun sollte es sich leicht verfärben bzw. eine bläuliche Reflexion zeigen.

Der Rahmen und die Scheiben eines Standardisolierglas sind abgebildet
Bereits das Rahmenmaterial macht einen Unterschied

Wirkungsgrad: Wie viel bringt die Sonnenschutzfolie außen vs. innen?

Bei Ihnen sind beide Varianten der Montage möglich? Dann gilt es jetzt, sich einmal en detail die Eigenschaften beider Arten anzusehen. Zuvorderst steht die Wirksamkeit der Folie in Sachen Sonnenschutz bzw. Wärmereduzierung. Denn schließlich kaufen Sie sie genau für diesen Zweck. Erst einmal können wir Sie beruhigen: Beide Arten erfüllen durchaus diese Aufgabe.

Jedoch kann man eine leichte Differenzierung vornehmen. So sind Sonnenschutzfolien außen etwa um drei bis fünf Prozent effektiver. Wie viel das wirklich ausmacht, ist von der Dämmung des Folientyps abhängig. In der Regel bewegt sich die Wärmereduzierung allerdings zwischen 4 °C und 7 °C – die wenigen Prozent sollten also nur selten entscheidend sein.

 

Der Grund für die Differenz liegt übrigens daran, dass die Sonnenstrahlen außen sofort reflektiert werden. Bei der Innenmontage hingegen müssen sie das Glas zweimal durchdringen – einfallend und dann reflektiert. Dadurch heizt sich zum einen die Scheibe auf, zum anderen wird die Hitze ein Stück weit auch in den Raum getragen.

Wie einfach ist die Montage?

Ob Sie nun die Sonnenschutzfolie außen oder innen selbst anbringen wollen oder jemanden dafür engagieren möchten: Je nachdem wie schwierig sich das gestaltet, müssen Sie mehr Zeit und/oder Geld investieren. Der Vorteil einer innenliegenden Folie ist dabei, dass sie sich meist besonders leicht montieren lässt. Schließlich erreichen Sie das Fenster problemlos, sind nicht auf gutes Wetter angewiesen und müssen sich auch wenig Sorgen um das Thema Sicherheit machen.

Jemand drückt mit einem Rakel die Blasen aus einer Fensterfolie
Der Rakel glättet Luftblasen aus

Bei der Außenmontage sieht das anders aus. Zuerst sollte es bei der Montage nicht regnen oder stürmen. Lässt sich das Fenster nach innen öffnen, gelingt das Anbringen oft leicht. Benötigen Sie jedoch eine Leiter oder einen Tritt, seien Sie bitte vorsichtig und arbeiten zum Beispiel zu zweit, sodass einer die Leiter zusätzlich halten kann. Noch schwieriger wird das Ganze, wenn sich das Fenster nicht nach innen öffnen lässt.

So können Schiebefenster wahre Endgegner werden. Hier schafft nur noch eine Hebebühne oder ein Gerüst Abhilfe, um eine Sonnenschutzfolie außen montieren zu können. Das lohnt sich wiederum meist nur, wenn das ganze Haus foliert wird und ist mit zusätzlichen Kosten verbunden. Dachfenster hingegen können oft in die sogenannte Putzstellung gedreht werden. So kommen Sie auch zur Montage einer Folie ganz einfach an die Außenseite.

Mit den richtigen Utensilien ist die Montage ganz einfach

Lebensdauer und Preis von Sonnenschutzfolien außen und innen

Unter einer Fenstefolie befinden sich Luftblasen
Um lange Freude an der Sonnenschutzfolie außen zu haben, muss sie richtig montiert werden

Wie sehr sich eine Sonnenschutzfolie wirklich lohnt, ist natürlich auch davon abhängig, wie lange sie erhalten bleibt. Hier siegt die Innenmontage klar. Denn die Folien sind meist nicht nur günstiger, sondern mit 15 bis 20 Jahren auch besonders lange haltbar. Einmal angebracht, müssen Sie hier also kaum noch einmal Hand anlegen.

Die Sonnenschutzfolien für Außen hingegen sind in der Regel teurer und unterliegen mit einer Lebensdauer von etwa 6 bis 13 Jahren. Zudem ist mit ihnen häufig ein höherer Pflegeaufwand verbunden. Da sie ständig der Witterung ausgesetzt sind, sollten sie mindestens einmal im Jahr gereinigt werden.

Doch es sind nicht nur Schnee, Regen, Hagel und Frost, die über längere Zeit Schäden in der Folie verursachen können, sondern vor allem die UV-Strahlung. Diese greift vor allem die Ränder an und sorgt dafür, dass sich diese mit der Zeit lösen. Um dem entgegenzuwirken können Sie beispielsweise mit einer Randversiegelung in Form von UV-beständigem Neutralsilikon arbeiten.

Fazit: Sonnenschutzfolie außen oder innen montieren?

Ist die Montage beider Varianten möglich, haben Sie die Qual der Wahl, denn beide Wege bringen entscheidende Vor- und Nachteile mit. So ist die Innenmontage meist einfacher und preisgünstiger, aber die Außenfolien versprechen eine höhere Effizienz. Für welche Art Sie sich am Ende entscheiden, ist darum also von den individuellen Bedingungen abhängig.

Aber Achtung! Wenn Sie eine Sonnenschutzfolie auswählen – egal ob für innen oder außen –, sollten Sie immer die komplette Scheibe bekleben. Die Wärmeverteilung im Glas ist sonst ungleich und es entstehen immense Spannungen. Diese führen im schlimmsten Fall zu einem Glasbruch.

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Profil-Martin

Autor: Martin Siegel

Fensterfolien Experte

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