Spieglein, Spieglein an der Wand: Lassen sich Spiegel selber machen?

So ein Spiegel, der auf alles eine Antwort weiß, wäre doch bestimmt was Feines. Leider können wir Ihnen nicht sagen, wo Sie einen solchen finden. Dass die reflektierenden Oberflächen aber verschiedene Vorteile mit sich bringen, ist klar. Doch nicht immer sind konventionelle Varianten für Ihr Zuhause geeignet. Wir verraten Ihnen daher, wie Sie Ihren individuellen Spiegel selber machen können und wann sich ein solches Projekt lohnt. Lesen Sie hier weiter!

Spiegel selber machen – ein uraltes Projekt

Heute ist es völlig selbstverständlich: Im Badezimmer zum Haarekämmen, im Schlafzimmer beim Anziehen oder in der Handtasche für einen schnellen Kontrollblick unterwegs – Spiegel sind omnipräsent. Das war aber nicht immer so, teilweise aus Produktionsgründen, teilweise auch aus moralischen.

Schwarz-weiß-Bild von einem Spiegel, in dem sich eine Hand spiegelt
Wussten Sie, dass Spiegel uns schon lange begleiten?

Die Entwicklung der Spiegel

In archäologischen Ausgrabungen wurden Belege gefunden, dass sich Menschen bereits in frühester Vorzeit mit Farben bemalt haben. Entsprechend kann davon ausgegangen werden, dass auch schon in einer gewissen Form der Wunsch aufkam, sich selbst zu betrachten. Seit der Bronzezeit etwa finden sich auf jeden Fall in Gräbern kleine polierte Metallstücke oder kunstvoll geschliffene Edelsteine (z.B. Obsidian), welche als reflektierende Oberflächen verlässlicher waren, als z.B. Wasser.

Auch die Ägypter und Griechen nutzten nachweislich Bronzeplatten, hier schon zum Teil auf der Rückseite kunstvoll verziert und mit Griffen versehen, um sich darin zu spiegeln. Die alten Römer hatten sogar Ähnliches aus reinem Silber hergestellt. Die ersten Varianten aus Glas hingegen entstanden im 1. Jahrhundert nach Christus im heutigen Libanon. Die Verarbeitung des zerbrechlichen Materials war hier schon zuvor traditionell ein besonders tief verwurzeltes Handwerk.

Dieses Wissen wurde über die Zeit immer weiter verfeinert. So fügte man im Mittelalter beispielsweise in die noch heiß glühenden Glaskugel Metalllegierungen hinzu, damit diese später spiegelte. In der frühen Neuzeit verwendete man Quecksilber, das auf Zinnfolie aufgetragen und mit einer Glasplatte versiegelt wurde. Und ab etwa dem 19. Jahrhundert arbeitete man mit einer Silberbeschichtung. Auch heute noch finden sich solche, da dadurch besonders scharfe Reflexionen möglich sind. Alternativ arbeitet man mit Aluminium.

Eine Pfütze, in der sich Blumen spiegeln
Vom Wasser zur Legierung: So entstand der Spiegel

Eine starke Symbolik

Sich selbst zu betrachten, war also ein schon lang gehegter Wunsch. Allerdings gingen damit immer zwei mögliche Auslegungen einher. So galt man einerseits als sehr eitel. Das beste Beispiel hierfür ist wohl die Geschichte von Narziss aus der griechischen Mythologie, der sich in sein eigenes Spiegelbild verliebte. Die Redewendung “jemanden einen Spiegel vorhalten” zeigt andererseits die zweite Sichtweise: Selbsterkenntnis und Wahrheit. Daher auch die Selbstreflexion.

Ein zerbrochener Spiegel, in dem eine Hand zu sehen ist
Warum bringt ein zerbrochener Spiegel Unglück?

Doch Spiegel haben nicht nur in unserer Sprache eine feste Verankerung. Es gibt auch diverse Bräuche oder (Aber-)Glauben, die mit ihnen in Verbindung stehen. So vermeiden die meisten lieber, dass die reflektierende Oberfläche zerbricht, denn dann könnte ihnen 7 Jahre Pech drohen. Angeblich wird nämlich dadurch der Doppelgänger im Spiegel verletzt und sorgt aus Rache für anhaltendes Unglück. Eine andere Tradition ist es, dass bei einem Todesfall alle Spiegel im Haus verhangen werden. Dadurch will man verhindern, dass die Seele des Verstorbenen sich in einem dieser festsetzt und im Diesseits hängen bleibt.

Eine Frage der Oberfläche – Funktionsweise erklärt

Aus der Geschichte des Spiegels wurde es wahrscheinlich schon deutlich: Er ist im Prinzip heutzutage eine Glasscheibe, die auf der Rückseite mit einer metallischen, blickdichten Folie oder Beschichtung versehen ist. Meist wird dafür Aluminium verwendet, für besonders gestochen scharfe Abbildungen empfiehlt sich Silber. Was ist aber das Prinzip dahinter?

Ein Spiegelbild ist zunächst einmal einfach eine Lichtreflexion einer sehr glatten Oberfläche. Durch diese Ebenheit bleibt die Parallelität der Lichtpartikel allerdings erhalten und wird exakt zurückgeworfen. Wir erkennen somit ein gespiegeltes Abbild. Je rauer die Fläche ist, desto verzerrter wird die Spiegelung, bis sie irgendwann nicht mehr als eine solche zu erkennen ist. Die Bestandteile werden dann zu stark gestreut und wir erkennen darin nur noch eine Blendung.

Frau in verspiegeltem Aufzug
Mithilfe von Reflexion können wir uns spiegeln.

Do It Yourself – so lassen sich Spiegel selber machen

Natürlich können Sie heutzutage sogar in Supermärkten schon einige Varianten kaufen. Allerdings kann es bestimmte Voraussetzungen geben, unter denen eine konventionelle Option nicht die optimale für Sie ist. Darum wollen wir Ihnen zunächst einmal zwei Möglichkeiten vorstellen, wie Sie einen Spiegel selber machen können.

Idee 1: Spiegellack

Der Name ist hier Programm: Mirror-Lack ist eine dünnflüssige Farbe, die aufgetragen einen beeindruckenden spiegelnden Effekt erzeugt. Voraussetzung hierfür ist allerdings eine absolut glatte Oberfläche. Für ein überzeugendes Ergebnis sollte man also mit Glas oder Acryl arbeiten. Auf Holz oder Keramik wird es zwar auch reflektieren, aber doch verzerrter. Wie können Sie damit aber nun Ihren Spiegel selber machen?

Im Gras liegt ein Spiegel, der den Himmel reflektiert
Mit einem Spiegellack können Sie gut einen Spiegel selber machen.

Achten Sie zunächst auf einen gut abgedeckten Untergrund und tragen Sie unbedingt Handschuhe beim Arbeiten, auch wenn Sie die noch unlackierte Glasplatte berühren. Sorgen Sie außerdem für ausreichend Belüftung oder arbeiten Sie wenn möglich direkt im Freien. Danach kann es schon losgehen: Tragen Sie das Produkt schichtweise gründlich auf den Untergrund Ihrer Wahl auf. Nutzen Sie dafür am besten einen Stupfpinsel. Alternativ können Sie ebenso mit einer Spraydose arbeiten. Lassen Sie die einzelnen Ebenen zwischendurch immer wieder gut trocknen.

Achten Sie zunächst auf einen gut abgedeckten Untergrund und tragen Sie unbedingt Handschuhe beim Arbeiten, auch wenn Sie die noch unlackierte Glasplatte berühren. Sorgen Sie außerdem für ausreichend Belüftung oder arbeiten Sie wenn möglich direkt im Freien. Danach kann es schon losgehen: Tragen Sie das Produkt schichtweise gründlich auf den Untergrund Ihrer Wahl auf. Nutzen Sie dafür am besten einen Stupfpinsel. Alternativ können Sie ebenso mit einer Spraydose arbeiten. Lassen Sie die einzelnen Ebenen zwischendurch immer wieder gut trocknen.

Idee 2: Spiegelfolie

Deutlich einfacher in der Montage ist da wohl die Spiegelfolie. Allerdings gilt hier ebenfalls: Das beste, sprich gestochen scharfe, Ergebnis bekommen Sie auf einem gläsernen Untergrund (alternativ: Acryl). Wer es nicht 100 % perfekt braucht, kann aber auch mit sehr glattem Holz (z.B. furnierte Schranktüren) oder Stein- bzw. Keramikoberflächen ein gutes Resultat erzielen. Das Schöne an der Folie ist auf jeden Fall, dass sie sich wunderbar für große Bereiche eignet. Außerdem ist sie (je nach Basis) unzerbrechlich und sehr leicht. Im Verhältnis betrachtet, kommt man mit ihr im Übrigen meist etwas preisgünstiger weg.

Jemand wischt mit einem Schwamm über eine Spiegelfolie
Spiegelfolien sind eine gute Alternative
Mit der Folie können Sie wie folgt Ihren Spiegel selber machen:
  1. In einer Sprühflasche 0,5 l Wasser mit dem Produkt meist beiliegenden Transferkonzentrat vermischen. Alternativ eignet sich eine Mixtur mit herkömmlichem Spülmittel.
  2. Das Glas vorab reinigen (mit Fensterreiniger, ggf. auch mit einem Schaber etwaige Reste entfernen).
  3. Die meisten Folien sind selbstklebend und verfügen über ein Trägerpapier. An einer Ecke auf Vorder- und Rückseite darum zwei kleine Stücke Klebeband befestigen.
  4. Diese dann vorsichtig auseinanderziehen und so das Trägermaterial von der Folie lösen.
  5. Danach erst das Glas und dann die Folie auf der Klebeseite großzügig mit der Transfer-Mischung einsprühen.
  6. Das Glas ebenfalls einsprühen und die beiden nassen Seiten aufeinanderlegen und positionieren.
  7. Anschließend die Vorderseite ebenfalls mit der Transferflüssigkeit besprühen.
  8. Den Montagerakel mit einem Papiertuch als Kratzschutz umwickeln.
  9. Dann mit dem Rakel das Wasser unter der Folie von der Mitte zu den Rändern hin herausdrücken.
  10. Die Folie mit einem weichen Tuch abwischen und sie danach 3 Tage trocknen lassen, ohne sie zu berühren.
  11. Es können sich nochmals kleine Wasserblasen bilden, die aber von selbst wieder trocknen. Nach 2–6 Wochen ist die Folie komplett glatt.
  12. Erst dann darf die erste Reinigung erfolgen. Dazu nur weiche Gegenstände und keine aggressiven Putzmittel nutzen.
Spiegelfolie hochglänzend, undurchsichtig
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Spiegel selber machen – Inspiration für die Anwendung

Wir sagten es ja eben schon: Einen Spiegel zu kaufen, ist im Prinzip kein unmögliches Unterfangen. Aber es kann preisintensiv werden. Oder aber das Aufhängen ist an den jeweils gewünschten Stellen schwierig. Entsprechend braucht es Alternativlösungen – und eine solche kann es sein, mit den oben vorgestellten Techniken den Spiegel selber zu machen. Abschließend wollen wir Ihnen noch fünf Anwendungsideen geben, wie Sie mit zum Beispiel der Spiegelfolie Ihr Zuhause verschönern können.

Sicherheit im Kinderzimmer

Ein kleines Kind spielt vor einem Spiegel
Machen Sie aus einem Spiegel eine sichere Angelegenheit.

Kinder sind manchmal wahre Wirbelwinde. Doch so ein kleiner Tornado hinterlässt gern einmal ein ordentliches Chaos. Damit in dieses nicht auch noch im Fall eines Falles Glasscherben und so ein massives Verletzungsrisiko hinzukommen, braucht es eine sichere Lösung für einen Spiegel.

Mit einer entsprechenden Folie können Sie ganz einfach zum Beispiel am Kleiderschrank einen Spiegel selber machen. Hierbei sollten Sie am besten mit Acryl als Untergrund arbeiten, damit wirklich alles bruchfest ist, und diese präparierte Scheibe dann am Korpus befestigen. Der Lack eignet sich wiederum, wenn etwa die Puppenstube noch ein bisschen Einrichtung braucht. Hier spielt es auch keine große Rolle, ob die Reflexion perfekt ist – denn in der Fantasie Ihres Kindes ist sie es gewiss. Und Sie können sich beruhigt zurücklehnen.

 

Pragmatik im Badezimmer

Ob Ihr Bad nur einfach sehr klein ist, Sie nicht in Ihre Fliesen bohren wollen oder ein Bad im Wohnmobil verschönern wollen – auch in diesen Fällen können Folie und Lack Ihre besten Freunde sein. Da hier allerdings filigrane Arbeiten ausgeübt werden – vom Rasieren bis zum Schminken – sollten Sie auf die bestmögliche Reflexionsqualität achten.

Schneiden Sie also zum Beispiel aus der Folie kleine, passgenau Abschnitte für die Kacheln in Ihrem Bad zu und bringen Sie diese dann in einer Reihe oder Form an. Diese Art eignet sich ebenso als Blickfang in der Dusche. Noch mehr Tipps zum Fliesen Überkleben haben wir übrigens in einem separaten Beitrag für Sie zusammengestellt. Sie können aber auch eine XXL-Acrylglasplatte nutzen und daraus einen übergroßen, individuellen Spiegel gestalten, den Sie dann z.B. auf der meist über dem Waschbecken vorhandenen Ablage an die Wand lehnen. Alternativ lässt sich das verhältnismäßig leichte Acryl aber auch Kleben statt Bohren, falls Sie eben keinen solchen Absatz im Bad haben.

Ein runder Spiegel über einem Waschbecken
Ein Spiegel im Bad ist ein Muss – doch was bei wenig Platz tun?

Und Apropos Acryl: Dieses Material lässt sich auch selbstständig zuschneiden. Werden Sie also gerne kreativ und gestalten sich einen Spiegel in einem ganz individuellen Look. Von klassisch geometrischen Formen wie Kreisen, Sechs- oder Achtecken, bis hin zu gegenständlichen Figuren, wie z.B. einer Muschel-Silhouette sind Ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt. Nutzen Sie diese Möglichkeiten – und dass ohne beschädigte Fliesen!

Größe im Fitnessraum

Frau macht sportliche Übungen vor einem Spiegel.
Gut positioniert: Der Spiegel ermöglicht Selbstkontrolle

Wer sich seinen eigenen Fitnessraum einrichten will, weiß, wie praktisch eine große Glasfläche später ist. So können Sie sich selbst stets im Auge behalten und Ihre Bewegungen kontrollieren. Allerdings geht eine so große Fläche doch sehr ins Geld. Auch hier ist das Spiegel-Selber-Machen eine kostengünstige und einfache Alternative.

Beziehen Sie beispielsweise große, rechteckige Acrylplatten (mindestens 1 m Länge) mit der Spiegelfolie und bringen Sie diese dann quer in einer Reihe an der Wand an. Achten Sie dabei auf die optimale Höhe. Beim Trainieren sollten Sie möglichst viel von Ihrem Rumpf sehen. Wenn Sie genügend Material haben, können Sie aber auch mehrere Reihen montieren oder sogar die gesamte Wand verkleiden.

Dekorativ an der Wand

Wussten Sie, dass Spiegel auch aus innenarchitektonischer Sicht Vorteile bringen? Gerade kleine Räume profitieren durch sie, da sie sie – clever positioniert – optisch vergrößern können. Dazu sollten Sie sie an einer Wand gegenüber eines Fensters aufhängen. Dadurch erscheint das Zimmer viel heller und weitläufiger. Aber in kleinerer Dimension sind sie genauso ein zauberhafter Hingucker und ergänzen beispielsweise Bilderwände als neckisches Deko-Element.

Bei Form und Größe ist Ihnen hier keine Grenze gesetzt. Erlaubt ist, was gefällt. Sie können zum Beispiel einmal über den Flohmarkt schlendern und alte Bilderrahmen mitnehmen. Aus den enthaltenen Gläsern lassen sich dann wunderbar neue Spiegel selber machen und gleich höchst stimmungsvoll inszeniert. Besitzen oder finden Sie ein erblindetes Exemplar, lassen sich diese dann auch wieder entsprechend aufarbeiten. Achten Sie einfach darauf, dass ihr Objekt der Wahl zur übrigen Einrichtung passt.

Ein ovaler Spiegel hängt über einer Kommode.
Spiegel selber machen und damit die Wohnung dekorieren? Das geht immer!

Unmögliches möglich machen

Vielleicht wohnen Sie in einem sehr alten Haus. In diesen ist es manchmal ein wahres Glücksspiel, wo Leitungen in der Wand verlaufen. In diese zu bohren, um einen massiven Spiegel aufzuhängen, könnte unglücklich enden. Oder aber, die Wände sind saniert und verfügen über eine Dämmung, die allerdings nicht beschädigt werden darf. Auch hier ist also die Montage nicht ohne Weiteres möglich.

Frau lächelt sich im Spiegel an
An die Wand gelehnt, sehen Spiegel auch gut aus.

Die Lösung könnte in diesem Fall die Spiegelfolie sein. Denn auch wenn sie nicht auf dem Putz direkt angebracht werden kann – mit einer bruchsicheren Acrylglasplatte lässt sich problemlos arbeiten. Stellen Sie sich zum Beispiel eine lebensgroße Ausführung vor, vielleicht sogar noch attraktiv gerahmt, wie sie lässig an der Wand lehnt. So bringen Sie aufregende Elemente in Ihre Wohnung, selbst an Stellen, die sonst leer bleiben würden. Einen Spiegel selber zu machen, kann sich also in vielen Fällen durchaus lohnen.

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Profil-Martin

Autor: Martin Siegel

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